Inspiriert von Bildern, die ich in einem Fotoband entdeckt habe, bin ich in diesem Jahr nach Kenia gereist und habe mir die Landeshauptstadt Nairobi angesehen. Aber es war nicht nur Urlaub, sondern auch Arbeit, warum, dazu kommen ich später.
Kenia, dieses im Osten des Kontinents liegende Land, hat mir zwei Seiten gezeigt. Zum einen wunderschöne Landschaften, zum anderen große Armut.
Nach einem längeren Flug kam ich auf dem Flughafen Nairobi Wilson International, an. Es gibt zwar noch einen zweiten, welcher aber nicht für den normalen Flugverkehr genutzt wird. Mein Hotel lag mitten im Zentrum von Nairobi und so stieg ich in ein Matatu, ein Sammeltaxi, und ließ mich zu meiner Unterkunft bringen.
Nachdem es noch relativ früh war, machte ich mich gleich nach dem Einchecken und einem kurzen Frühstück daran, die Stadt zu erkunden. Zu sehen gab es ja in dieser Millionenmetropole am Flusslauf des Athi wirklich genug.
Zuerst wollte ich mich auf die Spuren der berühmten Autorin Karen Blixen machen, die lange in Nairobi gelebt hat, nach der ein Stadtteil benannt ist und für die ein eigenes Museum existiert. Dieses schaute ich mir an. Es ist das ehemalige Wohnhaus der Schriftstellerin und zeigt Momentaufnahmen ihres Lebens in Kenia. Es liegt in dem nach ihr benannten, reicheren Leuten vorbehaltenen, Stadtteil Karen.
Danach machte ich einen Abstecher ins Nationalmuseum, in dem zahlreiche Exponate einen Einblick in die frühe Geschichte Afrikas geben. Ein wirklicher Tipp, dieses Museum. Als nächstes besuchte ich das im Zentrum der Stadt befindliche Parlamentsgebäude und das Rathaus, beides Zeugnisse kolonialen Einflusses.
Am nächsten Tag nahm ich mir für ein Highlight mehr Zeit. Ich fuhr zum ca. 8 km vom Stadtzentrum entfernten Nairobi Nationalpark. Der Park ist gigantische 120 km² groß und es gibt hier eine Vielzahl von Tieren zu sehen: Inzwischen leben hier über 80 Säugetierarten und über 500 Vogelarten in freier Wildbahn und doch geschützt. Allerdings musste ich beeilen, den der Park ist nur eine Stunde am Tag für Besucher zugänglich.
Eine ganz besondere Ehre wurde mir im Daphne Sheldrick’s Orphanage, einem Elefanten-Waisenhaus, zuteil. Ich erhielt die Möglichkeit an einer Führung unter Leitung der weltweit angesehenen Biologin teilzunehmen. Es war faszinieredn, dieser Frau zuzuhören, ihre Begeisterung für Kenia zu spüren und ihrem extremen Fachwissen zu lauschen.
Die restliche Zeit meines Aufenthaltes nutzte ich unter anderem dazu, einen Besuch in den weniger schönen Stadtteilen Nairobis zu machen. Immerhin leben etwa 60% der Einwohner in Slums. Die Eindrücke waren bedrückend und beglückend zugleich. Denn trotz großer Armut sind die Leute freundlich und voller Hoffnung. Die Institution, für die ich tätig bin, hatte hier ein Hilfsprojekt zu laufen, deshalb sind Besuche in Elendsvierteln für mich nichts neues.
Dennoch, trotz aller Gegensätze ist Nairobi eine tolle Stadt und ein Besuch hier lohnt sich allemal, weil man einen Eindruck vom Leben in Afrika bekommt.